Kosmetiktaschen aus Leder

Letztes Jahr hatte eine Freundin (Hallo wieder an Johanna, die immer noch auf die richtige Ledertasche wartet :P ) den Wunsch nach Kosmetiktaschen geäußert.


Es ist doch schön, wenn sich Geburtstagsgeschenke so einfach finden.


Auf der Suche nach schönem Leder hatte ich deshalb letztes Jahr ein paar Ausflüge in Berlin unternommen. Dazu kann ich ja vielleicht später mal mehr schreiben... Ich war in einem kleinen Lederrest-Laden in Kreuzberg, etwas überraschend bei einem Großhandel in Neukölln und noch irgendwo in Schöneberg oder so.


Die Wasch- und Make-up-Tasche kam zu meiner Freude sehr gut an :) Wenn sich die Gelegenheit bot, fragte Johanna "Willste mal was schönes sehen?" Und zückte dann entweder eine der Taschen oder schickte mir ein Bild davon <3


Die Origami-Ecken des Bodens waren für mich Neuland. Umso triumphaler das Gefühl, als das tatsächlich wie beworben geklappt hat.



Das Innenleben besteht aus Wachsstoff mit einer kleinen Innentasche. Wachstuch "atmet" mal so gar nicht... Schon beim Wenden war es, als würde man in eine Sauna fassen. Aber sonst macht der Stoff sich wohl gut...

Pro Tasche braucht man so 1.5-2h.

Verkleinerter Burberry Trenchcoat

Vor einem halben Jahr stolperte ich über einen dieser Eine-Welt-Second-Hand-Läden irgendwo in Berlin-Mitte.
Ich bewundere andere für ihr Glück in solchen Läden, habe aber selbst schon jegliche Hoffnung auf tolle Funde vor langer Zeit aufgegeben...
Aber... Aber!!! Dieses Mal hatte ich tatsächlich Glück!
Ich wollte schon lang einen Trenchcoat in einem nicht allzu ocker-stichigem Beige und am liebsten mit weiterem Rockteil.










Ich griff also nach dem Trenchcoat, sah 5 € und las "Burberry" im Etikett... Da musste ich mich schon zusammenreißen, mir die stummen Schreie im Kopf nicht anmerken zu lassen... Um das Ganze noch mehr nach Vorherbestimmung aussehen zu lassen, war ein scheinbar willkürliches Etikett mit meiner Lieblingszahl am Label festgetackert... Da half auch Logik nicht mehr. Den musste ich mitnehmen. Im allerbesten Zustand war er nicht. Aber hey, für 5 € und ein bisschen Arbeit mal einen Burberry-Trenchcoat besitzen ist doch ok...

Die Größe ist wohl eine 40. Also für mich mit 34 viel zu groß. Um die Größe anzupassen, habe ich quasi mein Mantel-Verkleinerungstutorial genutzt.
Den oberen Teil habe ich mal wieder etwas zu kurz zugeschnitten. 2 cm mehr bis zur Taille hätte ich besser gefunden, aber da war ich zu eifrig mit der Schere.




Über die Qualität eines solchen Marken-Kleidungsstücks kann ich berichten, dass es absolut -welches Schimpfwort kann ich hier auf dem Blog bringen, ohne schief angeguckt zu werden?- unschön ist (ich Feigling...), Nähte auftrennen zu müssen. Die wurden genäht, UM ZU ÜBERDAUERN, Junge!!1!! So eng und fest... Beim Abtrennen der vielen Gürtelschlaufen habe ich so oft versehentlich in den Stoff geschnitten... Aber hey, ich habe es überlebt, und der Großteil des Trenchcoats auch...







Leider hab ich meine Fortschritte nur mit dem Handy festgehalten, und dann auch noch bei Insta-stories, ohne die Speicherfunktion aktiviert zu haben >.<
Daher nur ein paar Fotos in der "Anleitung"...


Oversized Cardigan

Ich hatte ja eigentlich noch vor, ein Sommerkleid nach Schemaschnitt von vor fast 10 Jahren zu präsentieren, welches ich letztens wieder im Schrank gefunden hatte... Nun ist es aber schon recht herbstlich geworden, also muss das wohl bis nächsten "Sommer" warten. 
In der Zwischenzeit freue ich mich über die Taschen dieser Strickjacke, die es mir echt angetan haben. 





Oversizeärmel sind vielleicht cool... aber lasst euch gesagt sein, DA zieht es rein! Demnächst gibts bestimmt Stulpen :P


Den Stoff habe ich vom Maybachufer. Noch vor dem eigentlichen Stoffmarkt, quasi direkt aus der Ubahn fallend hatte ich den Stand mit Wollstoffen und anderen billigen Ballen gesehen. Ich musste mindestens 2 m nehmen, aber bei 5€/m war das in Ordnung. Jetzt habe ich noch 40 oder 50 cm übrig, und schon einen kleinen Interessenten im Kopf :)
Leider ist der Stoff doch auch etwas kratzig. Ein richtiger Muschelpullover ist also nicht drin...



Die Idee für den Schnitt der Strickjacke habe ich von einem Pull&Bear Sweatshirtkleid. Ich hatte es spaßeshalber in der Mitte gefaltet und die Ärmel ineinander gesteckt, um das Strickjackenpotential zu visualisieren. Ich denke, ich hätte die Schulter noch etwas schräger zuschneiden müssen, aber es ist schon recht nah dran...

Genäht ist der Cardigan in etwa 3 h...

Leder Inspiration

Ich habe seit mehr als einem Jahr Leder von einer Kreativmesse bei mir rumliegen. -An dieser Stelle liebe Grüße an Johanna /winkewinke/- Es war abgemacht, dass ich für eine Freundin eine Tasche nähen sollte. Der Rest war einfach für meinen Stoff/Leder Vorrat gedacht. Was man hat, hat man halt... also dibs auf das dunkeldunkeldunkelblaue Velourleder
Nur leider habe ich meinen Respekt vor Leder unterschätzt.
Trotzdem sammle ich fleißig weiter Ideen.




Die Tasche könnte man sicherlich gut mit Dreiecken aus Glatt- und Rauleder nachmachen. Schade ist nur, dass man nicht wirklich was reintun kann, ohne dass die schöne, grafische Optik durch Ausbeulen verloren geht.

Die Nähte nach außen verlegen und schon hat die Tasche eine kleine Besonderheit gewonnen... Am meisten schrecken mich ja die Lederriemen beim Taschennähen ab. Ich halte schon immer Ausschau nach runtergesetzten Ledergürteln, um diese Zweck zu entfremden... Richtig erfolgreich war ich damit bisher noch nicht :/


Bei Livera sieht es immer so einfach aus, da werde ich ganz neidisch.



Ich bin echt am Überlegen, ob ich mir einen Rucksack nähen sollte. Vielleicht aus einer Leder und Canvas Kombination...
Aber vorher muss ich mich endlich mal durchringen, und Johannas Tasche in Angriff nehmen.
Ich habe mir eine neue Nähmaschine zugelegt, die endlich mal richtig getestet werden muss.
Die digitale Anzeige und die Knöpfe unterscheiden sich sehr von meiner alten Maschine. Daran muss ich mich erstmal heranwagen.



So lang ich mich noch nicht durchringen kann, eine richtige Tasche und nicht nur Waschtaschen zu nähen, schaue ich mit glänzenden Augen auf Pinterest herum.

PS:
Wer diesen Blogbeitrag per Email liest und keine Bilder sieht, sollte es nochmal über seinen Internetbrowser probieren.

Duschvorhangstange aus Kupferrohr

Unser Bad besteht aus einem langen, schmalen Schlauch.
Zum Glück wurde im Zug der letzten Renovierung eine kleine Speisekammer zugunsten von etwas mehr Licht und Platz im Bad aufgegeben. Dank der Milchglasfolie ist es nämlich auch trotz der zwei schmalen Fenster relativ dunkel- egal zu welcher Tageszeit.


Eine Wand in Badewannennähe wird leider schmerzlich vermisst, wodurch ich ewig nicht wusste, wie ich einen Duschvorhang anbringen sollte.
Das hatte natürlich zur Folge, dass ich schön entspannt den ganzen Winter und auch im Frühjahr immer gebadet habe. Lieber so, als halbhockend in der Wanne sitzen und zu hoffen, dass das Wasser nicht überall hinspritzt... 
Für das Altbaubad mit den wundervoll hohen Decken wollte ich kein Duschrollo. Eine normale Duschvorhangstange wird ja entweder zwischen zwei Wände eingeklemmt, oder zumindest mit einer Ecke L-förmig zur nächsten Wand verbunden.
Das war für mich alles keine Option. 


Kurz hatte ich dank Pinterest überlegt, ob wir aus Kupferrohr eine Art Ring basteln sollten, der von der Decke hängen würde. 
Dann stand mein Geburtstag und Besuch ins Haus und ich fühlte mich genötigt... ähh... motiviert, zumindest eine Übergangslösung zu finden.
Die Ecklösung war ein Spontaneinfall von meinem Mann, den ich immer noch grandios finde.
Durch den einen Haken in der Wand lässt sich der Duschvorhang so spannen, dass zumindest eine Seite ganz gut geschlossen ist.
Theoretisch könnte man das eine Ende jederzeit wieder auf die Stange hängen. Macht natürlich praktisch niemand...

Das Material ist alles aus dem Baumarkt. Ursprünglich hatte ich vor, die Bänder aus Leder zu machen. In Ermangelung von Zeit und Material habe ich mich dann aber für ein Gurtband entschieden, und bin damit auch sehr zufrieden.

Für das Projekt benötigt man ungefähr 30 min.

Kleid mit Glockenärmeln

Ich habe mich entschieden, mir ruhig mal zu erlauben, ein paar "Trends" mitzumachen...


Und die Off-Shoulder Kleider finde ich echt ganz hübsch zur Zeit... 
Glockenärmel sieht man überall, und nicht selten in Kombination mit bloßen Schultern. 


Den Stoff hatte ich letztes Jahr auf dem Neuköllner Stoffmarkt für meinen Vorrat gekauft, ohne ein konkretes Projekt im Kopf zu haben.


Mit dem Endergebnis bin ich ganz zufrieden. Das besondere ist vor allem der Zuschnitt des Kleids schräg zum Fadenverlauf (on bias). Dadurch fällt es besonders fließend und sieht bei Bewegung gar nicht so sackig-unförmig aus, wie man das von einem Kleid erwarten würde, mit dem man sich gerne zum Buffet begibt :P



Genäht ist das Kleid in guten 2 Stunden, wenn man nicht wie ich den gleichen Fehler wiederholt und Zeit verschwendet...

Oh hello- DIY Fußmatte

Endlich konnte ich mich aufraffen, eine Fußmatte auszusuchen und umzusetzen.
Gefunden habe ich das "oh hallo" natürlich auf Pinterest. Weitere Kandidaten waren ein etwas nerdiger Friends Spruch von Joey oder einfach nur ein Aztekenmuster.
Grandioserweise rechtzeitig, wo die Regen- und Matschsaison jetzt ganz weit entfernt liegt (: 

Ich hatte das Bild schon bei Instagram geteilt und muss gestehen, dass ich beim Durchscrollen (wohl an Basteldemenz erkrankt) dachte, "oh wow, voll schön!!". Und dann fiel mir wieder ein, dass ICH das ja gemacht hatte. Top, Marie! Zeugt von Bescheidenheit...
Aber ich rede mir ein, dass das schon ok ist, weil ich das Design ja eiskalt abgekupfert hab. Also ist es gar kein Eigenlob gewesen... u know?


Die Fußmatte gabs bei IKEA. Man braucht überhaupt nicht viel außer circa 30 Minuten und ein paar Sachen, die man wahrscheinlich eh zu Hause hat.

Wickeltasche inkl. Schnittmuster


Ich glaube... so langsam hab ich es dann mit den Babysachen, die ich in letzter Zeit als Geschenke genäht habe...
Also demnächst gibt es vielleicht auch wieder was für mich oder andere :P

Heute gibt es eine kleine Bilderflut, weil ich mich so gefreut habe, dass ich nach zwei Jahren Pause wieder halbwegs mit der Kamera klar komme. Das war tatsächlich ein bisschen wie Fahrradfahren. Ich wusste zwar nicht mehr genau, welche Knöpfe ich drücken musste, aber so ganz dunkel im Hinterkopf waren da so Begriffe wie "Blende" und "Verschlusszeit". Dann hab ich mal fröhlich alle Rädchen und Knöpfe ausprobiert, und irgendwann ging es. Natürlich nach kurzer Panik, wie ich jetzt dieses ausgewählte Sternchen wieder wegbekommen kann...


Die Wickeltasche schließt mit einem Magnetverschluss, da eine Freundin meinte, sie sollte am besten einhändig bedient werden können. Leider ist der Magnet echt ziemlich stark und gar nicht so leicht zu öffnen ^^ Vielleicht muss da ein Stück Klebeband den Kontakt ein bisschen unterbrechen... Oder hat jemand andere Ideen?


Die Idee mit der Feuchttücheröffnung habe ich von anderen Wickeltaschen nach ausführlicher Recherche auf Pinterest und Etsy/Dawanda übernommen. Das Schleifenband für einen Nuckel oder Creme übrigens auch...


Das Schnittmuster hat mir ein Weilchen Kopfzerbrechen bereitet, weil ich nach wie vor nicht weiß, wie ich die Taschennähte zum Schluss nach innen bringen kann UND alles gefüttert wird. Aber ich denke, so ist es recht einfach und nicht weniger hübsch...
Genäht ist die Tasche in 2,5 h. Sogar wenn man nochmal Nähte auftrennen muss, weil man sich nicht an die Reihenfolge gehalten hat :P

Muschelsaum für Musselintücher

Meine Liebe zu Pinterest ist wohl so ziemlich das erste, was in Gesprächen mit mir auffallen dürfte. "Ich hab da was auf Pinterest gesehen"... "Kenne ich schon... von Pinterest"... "Uhhhh! Pinterest (...)"

Nun hatte ich über meine Facebook-abonnierten Stoffläden diesen süß bedruckten Musselinstoff gesehen und zum Glück sogar hier um die Ecke einen Laden (Frau Tulpe) gefunden, der ihn schon (oder eher "noch") hatte.


Da ein Baby bei Freunden ins Haus stand, wollte ich gern ein paar Spucktücher oder so was in der Art machen. Ich hatte überlegt, die Musselintücher mit Schrägband einzufassen oder einen einfachen Rollsaum zu nähen. Dann fiel mir dieses Tutorial von SewNso auf Pinterest wieder ein.
Meine Maschine konnte diesen tollen automatischen Minimuschelsaum nicht. Mit ein bisschen Tricksen klappt es aber auch auf meiner Nähmaschine...


Ich finde die Ränder ganz süß und könnte mir das toll für Röckchen oder Kleider vorstellen.


Zwei Tücher à 60 x 60 cm sind locker in einer Stunde fertig.

Maskros Hack- Die Pusteblumen-Ikea-Lampe wird erwachsener

Auf der Suche nach einer Wohnzimmerlampe, die sowohl leicht als auch präsent ist, habe ich meiner Meinung nach die optimale Lösung gefunden. 
Irgendwann hatte ich einfach so nach Maskros-DIYs gegoogelt. Gar nicht mal mit unserem Wohnzimmer im Kopf. Dabei habe ich dieses Tutorial von Dwellings by Devore gefunden.
Ich habe mich eigentlich komplett daran orientiert außer in der Farbwahl.


Look how pretty! *herzchenaugen*


Anbei nur eine ganz kurze Zusammenfassung, welche Materialien ich genutzt habe. Zeitlich dauert das Ganze schon etwas, da einfach auch viel Trockenzeit einzuplanen ist. Ich würde mal 3-4 Tage einplanen.

Mini Portmonee inkl. Schnittmuster

Seitdem ich in Berlin wohne, finden sich Inspirationsquellen viel häufiger als im bayerischem Dorf- wer hätte das gedacht?!
Mittlerweile habe ich mich schon ein wenig an Berlin und den ganzen Input gewöhnt, sodass ich nicht mehr alle drei Tage mit einem Kritzelzettel in der Kitteltasche rumlaufe...

Das kleine Portmonee habe ich schon seit einem guten halben Jahr in Benutzung. Ich wollte einfach mal was mit Leder ausprobieren... Nun kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern, ob ich etwas ähnliches bei irgendwem gesehen hatte, oder selbst durch Papierfalten auf die Idee gekommen bin.

Als ich damals den Prototypen gebastelt hatte, war mir absolut nicht klar, dass ich fortan nur noch dieses Portmonee nutzen würde.

Ursprünglich hatte ich es für ein bisschen Essensgeld und meine Bahnkarte nutzen wollen.


Das Wichtigste hat jedenfalls Platz. Und wenn ich mal zum Arzt oder zu Ikea gehe, dann steck ich eben diese oder jene Karte noch schnell ein.

Das Portmonee ist extrem schnell gemacht und käme sogar ohne Nähen aus, wenn man es darauf anlegen würde.
Mit Nähmaschine und 3 kurzen Stichen ist es jedenfalls noch schneller fertig.
Fertig gefaltet ist es etwa 10 x 6,5 cm groß und in etwa 20 Minuten einsatzbereit.

Hochzeits DIY: Ringkissen

Vor einiger Zeit wurde ich gebeten, ein Ringkissen für eine Trauung zu nähen.
Nach den Wünschen der Braut ist also ein recht einfach zu nähendes, aber nicht zu schlichtes Ringkissen entstanden.


Es besteht zur Hälfte aus Spitze vom Brautkleid und zur anderen Hälfte aus Brautsatin, welcher mit Quiltnähten das Dekor der Torte aufgriff.

In 2-3 Stunden ist das Ringkissen locker zugeschnitten und genäht. Mit etwas Geduld und Vorüberlegung sicherlich auch als Nähanfänger machbar...

Ärmel schmaler machen

So langsam nimmt unsere neue Wohnung Gestalt an, vieles ist schon ausgepackt und ich kann wieder mehr als nur einen Koffer an Kleidung nutzen. Irgendwo müsste auch der hier gezeigte Pünktchenpullover rumliegen. Den hatte ich natürlich im Sale und natürlich in Größe L mitgenommen. Weil. Pünktchen.
Oversize ist ja ganz nett, aber wenn so gar nirgends irgendeine Form erkennbar ist, wirkt man doch sehr reingeborgt. 


Deshalb habe ich die Ärmel mal eben enger genäht... 
Wenn ich sage "mal eben" meine ich damit tatsächlich innerhalb von 10 Minuten. Passiert ist das schon vor fast genau einem Jahr. 

Fairy Tale Fashion at FIT

Ich mache jetzt lieber keine großspurigen Ansagen mehr, dass es ab sofort wieder etwas belebter auf diesem Blog werden wird. Aber eigentlich habe ich das schon geplant...

Wir haben nun endlich eine schöne Wohnung in Berlin gefunden! Bisher fehlte aber noch das Internet und die Entscheidungsfreudigkeit bezüglich der Verteilung unserer Schränke auf die Zimmer. Ein eigenes Nähzimmer gibt es für mich leider nicht, aber dafür bekomme ich einen Platz im recht großen Schlafzimmer, über den ich mich trotz des derzeitigen Kistenchaos jetzt schon freue. Wenn alles hübsch eingerichtet ist, werde ich sicherlich ein paar Fotos knipsen (lassen) :)

Nun aber erst mal passend zur langsam beginnenden Vorweihnachtszeit die Ausstellung des FIT in New York vom März 2016 zum Thema Märchen.
Von den Laufstegen der Vergangenheit wurden die Kleider den verschiedenen Märchen zu geordnet.


Die wechselnden Ausstellungen sind kostenlos und von Dienstag bis Freitag 12-20 Uhr zugänglich.
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich sonderlich gut mit Märchen auskenne... Durch die Erklärungstafeln zu den Ausstellungsstücken kam mir aber erstaunlich viel wieder ins Gedächtnis, was anscheinend ganz tief verbuddelt war.
Auf der Internetseite des Fashion Institute of Technology kann man noch einige Ausstellungsstücke bewundern. Teilweise sogar mit 360° Rundumsicht.
Ihr könnt ja jetzt mal mitraten, und schauen, ob ihr die Märchen richtig erkennt...

Schneewittchen- Rodarte Herbst 2008 | Der vergiftete Kamm- Rick Owens Frühjahr/2011

Schneewittchen

Das weiß-rot-schwarz-farbene Kleid wurde wohl vom Aussehen von Blut in Wasser inspiriert. Weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz passt da natürlich super zu Schneewittchen.
Bei der bodenlangen Weste mit dem hohen Kragen fand ich die Verarbeitung des Stoffes interessant. Er hatte gerade genug Stand und Festigkeit, ohne dass das Kleidungsstück zu rigide wirken würde.

Dolce and Gabbana- Herbst 2014
Die von der bösen Stiefmutter zu fest gezogene Schnürung gehört ebenso so Schneewittchen. Die Raffung am Ärmel und Oberteil fand ich sehr hübsch. Die Konstruktion der „Korsettschnürung“ war für mich interessant. Ein nettes, eher außergewöhnliches Detail, das eigentlich gar nicht so schwer zu nähen wäre.

Anzug: Thom Browne- Herbst 2014 Bärenkopf: Stephen Jones | Ensemble:Thom Browne- Herbst 2013

(Schneeweißchen und) Rosenrot

Ich glaube, ich dachte zu erst, dass es Rotkäppchen und der böse Wolf sein sollten. Bei einem großen, bedrohlichen, dunklen Tier und was Rotem daneben, ist das irgendwie die natürliche Assoziation, oder?
Wenn man aber mal genau hinguckt, sieht man natürlich, dass das echt kein Wolf sein kann. Der Bärenkopf ist aber recht effektvoll. Die Machart ist definitiv mal eine Überlegung für ein Kostüm wert, wenn man A) noch was sehen will und B) es schnell gehen soll. 
Ich will jetzt dem Designer nicht unterstellen, dass der Kopf hoppladihopp schenll gemacht wäre. Aber zumindest muss man den Schädel nicht noch mit Stoff beziehen...
Ganz nett war die rote Spitzenapplikation auf dem Rock. Die schwebenden Schößchenringe, die wie mit Heftstichen zusammengehalten wurden, fand ich echt ungewöhnlich und „neu“.

Yoshiki Hishinuma 2011 | Alexander McQueen- Frühjar/2010 | Giles- Frühjahr 2015

Die Feen

Das Märchen hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Dank der kurzen Beschreibung konnte ich mich dann aber doch wieder erinnern. Kurz zusammengefasst: Es waren einmal zwei Töchter, die eine gutherzig und schön, die andere unhöflich und böse. Als sie von einer Fee um Hilfe gebeten werden, reagiert die hübsche Tochter freundlich und die andere garstig, woraufhin beide mit einem Zauber belegt werden. Der netten Tochter sollen Juwelen, kostbare Metalle und Blumen beim Sprechen aus dem Mund fallen. Die gehässige Tochter wurde mit Kröten und Schlangen bedacht...

Das cremefarbene Polyesterkleid wurde beschichtet und mit Hitze behandelt, sodass diese interessante Struktur enstand, die tatsächlich wie eine abgestülpte Schlangenhaut wirkt.

Giles- Frühjahr 2015
Das war ein Kleid, an das ich echt gern wesentlich näher rangegangen wäre. Das Detail an der Taille und die Abnäher im Brustbereich fand ich super spannend. Das Schnittmuster dazu würde mich wirklich sehr interessieren, da man durch den gemusterten Stoff die vielen Details gar nicht so richtig wahrnehmen konnte. Schlangenoptik ist nu eigentlich nicht mein Ding, aber zum Märchen hat es gepasst...

Alexander McQueen- Frühjar/2010
Tzja... Super coole Schnittführung. Durch die verschiedenen Farben und Muster weiß man gar nicht, wo tatsächlich mal ein Schnitt gemacht und wo der Stoff einfach nur kunstvoll in Falten gelegt wurde. Wieder mal nicht mein Muster bzw meine Farben, aber sagenhafter Schnitt. Und seht ihr am Saum dieses Versteifungsband? Ich glaube das ist Rosshaar... Ich habe das Gefühl, dass dessen Verarbeitung bei Haute-Couture Kleidern ein MUSS ist, aber dass es in Deutschland nicht wirklich zu bekommen ist. Jedenfalls in Hobbynähläden...

Vivienne Westwood-Herbst/1988 | Boué Soeurs/ ca 1919

Aschenputtel

links: Ein Cinderella-Kleid mit ausladender Hüfte, die von Ballkleidern des 18. Jahrhunderts inspiriert ist.
rechts: Hach herrlich. Da kommt mir direkt wieder Downton in den Kopf. Interessante Spitzenplatzierung und schon sehr an die Silhouetten der 20er erinnernd, aber doch noch mit der Betonung der natürlichen Taille.

Charles James/1956-57 | Hideko Seo/2015  

Die kleine Meerjungfrau

Natürlich muss ich auch ein Foto von einem tragbaren Meerjungfrauenkleid teilen. Irgendwie wirklich sehr wortwörtlich umgesetzt, aber trotzdem nicht zu kostümartig und mit der richtigen Figur könnte das Kleid echt umwerfend aussehen. Die vielen Falten, die alle von Hand festgenäht wurden, sind echt beeindruckend. Je länger man schaut, desto mehr entdeckt man und desto besser gefällt es mir.

Die Meerhexe (wie Scuttle von Arielle müsst ihr das ausprechen „die Meeeeeerhexe!“) wurde speziell für die FIT Ausstellung designed und gefertigt.

Marchesa Frühjahr/2012 | Zuhair Murad Frühjahr/2015
Marchesa Frühjahr/2012 | Zuhair Murad Frühjahr/2015

Dornröschen

Bury me in one of these dresses

Als ich diese beiden Kleider nebeneinander erspähte, war ich extrem glücklich.
Ich liebe liebe liebe Marchesa und Zuhair Murad! Einmal einen Anlass haben, eins dieser Kleider tragen zu können /Herzchenaugen/
Ich bin natürlich bald aufs Podium gestiegen und war kurz vom Anprobieren, konnte mich aber gerade noch so beherrschen. Stattdessen bin ich fast mit der Nase direkt auf dem Stoff gelandet, so nah musste ich rankrabbeln und alles ansehen.


Jean Louis Sabaji Frühjahr/2015 | Giles Frühjahr/2012 | Undercover Frühjahr/2015

Schwanensee/Schwanenjungfrau

Das fluffige Kleid auf der linken Seite besteht nicht etwa aus Federn, sondern aus ausgefransten Stoffstreifen. Die Federn des rechten Kleides sind durch Druck, Bemalung und Lasercut entstanden.
So konzeptionell interessant und schön die beiden Federkleider auch sind, mich hat vor allem das Kleid in der Mitte interessiert. Irgendwie recht schlicht mit der Prinzessinnennaht, aber doch ganz hübsch und sicherlich gut nach zu nähen...

Giorgio di Sant'Angelo/ 1970 | Altuzarra Herbst/2010

Rotkäppchen

Die roten Umhänge wurden mit aufwändigen Stickereien oder mit Swarovski Kristallen verziert. Netter Wintermantel... So müsste man mal in den Bus einsteigen...
Natürlich haben mich die Umhänge direkt an die Zofen der Königin Amidala in Star Wars erinnert. Die Kostüme waren auch traumhaft...

So, das war meine kleine Auswahl der ausgestellten Märchengewänder.
Ich freue mich jetzt über meinen Rest Urlaub und mein Internet, und schaue Project Runway :)