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Donnerstag, 28. Februar 2013

Nähen lernen: Jersey

Man kann von Jersey eingeschüchtert sein, muss man aber nicht!



Mit ein paar einfachen Tricks, kann man auch stretchige Materialien ganz einfach nähen und so viele, verschiedene Kleidungsstücke zaubern.
Wichtig ist vor allem die richtige Nadel.
Diese Jerseynadeln (oder auch Ballpointnadeln) sind speziell für stretchige Gewebe gemacht. Dadurch wird die Naht gleichmäßig und der Stoff wird etwas schonender behandelt.
Nutzt man normale Nadeln, kann es passieren, dass ein Stich ausgelassen wird.

Der zweite wichtige Punkt ist die Näheinstellung. Es gibt zwar an manchen Maschinen auch Stretchnähte, aber mit denen bin ich nie wirklich warm geworden. Zum einen dauert das Nähen ewig und zum anderen ist die Naht ziemlich dick (wie drei Stiche nebeneinander) und irgendwie nicht sonderlich stretchig. Vielleicht mache ich ja was falsch...

Näht man mit normalem, geraden Stich, kann die Naht reißen, wenn der Stoff gedehnt wird.





Besser ist es daher, einen leichten Zickzackstich einzustellen. Ich wähle meistens eine Breite zwischen 0 und 1 (bei einer Länge von 2-3). Durch die Zickzackführung des Fadens wird mehr Fadenlänge vernäht. Diese kann sich dann beim Stretchen des Stoffes besser mitbewegen.



Der genähte Zickzack wird beim Dehnen quasi zu einer geraden Naht gestretcht. Wichtig ist, die Naht mit Rückstichen ausreichend zu sichern, sonst sucht sich der Faden den Weg des geringsten Widerstandes und lockert sich am Anfang und Ende. Nach dem Stretchen ist die Zickzack-Naht vielleicht nicht mehr ganz so hübsch, weswegen ich für sichtbare Nähte am Saum vor allem die Zwillingsnadel nutze.
Je nach Dehnbarkeit der Stoffe kann es von Vorteil sein, beim Nähen den Stoff ein wenig zu stretchen. Dann wird nochmal mehr Faden vernäht.


Dieser schmale Zickzack ist auch für Seitennähte von zum Beispiel Pullovern geeignet. Von außen fällt  die Naht nicht mehr auf, als eine reguläre, gerade Naht.


Für die Säume verwende ich lieber meine Stretch Zwillingsnadel.
Die Nähte wirken professioneller und die Dehnbarkeit der Naht ist auch unübertroffen.




Ich hoffe man kann halbwegs erkennen, dass im gedehnten Zustand der blaue Faden auf der Rückseite etwas schmaler wird.

Um übrigens einen guten Abstand für die Zwillingsnadel zu wählen hier noch ein kleiner Tipp:


Ich lege zu erst die Rückseite nach oben unter den Nähfuß und platziere den Stoff so, dass die Kante mindestens in der Mitte der Nadeln, lieber aber etwas weiter links ist. Dann schaue ich, an welcher Stelle die rechte Stoffkante liegt. Manchmal markiere ich mir diese Stelle mit Krepp- oder Isoband.


Zum Nähen drehe ich den Stoff natürlich mit der Außenseite nach oben und platziere die Stoffkante wie eben ausgelotet.

Kommentare:

  1. Hallo Marie,
    du hast hier alles wirklich wunderbar erklärt und ich werde mich jetzt auch mal über Jersey trauen :-). Wie verwende ich jedoch eine Zwillingsnadel, wenn ich nur eine Fadenspule auf meiner Nähmaschine habe?
    Liebe Grüße aus Niederösterreich
    Kornelia Zeitlinger

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    1. Hallo Kornelia,
      Du könntest entweder einen Garn-Ständer direkt neben die Maschine stellen, sodass in etwas die gleiche Höhe erreicht wird, oder du machst an deiner Maschine mit Gaffa-Tape einen dünnen Stab fest, den du als Garnrollenhalter verwenden kannst. So zum Beispiel: http://www.makeit-loveit.com/2012/08/using-the-double-needle-without-the-2nd-spool-holder.html
      Ich hoffe, das klappt für dich :)

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  2. Hallo Marie,
    vielen Dank für diese tolle Beschreibung! Ich warte gerade auf eine Jersey-Lieferung, habe aber noch nie mit Jersey gearbeitet (auch mit der Zwillingsnadel nicht). Bei Facebook habe ich gerade einen Artikel über Jersey und Zwillingsnadeln gelesen und sofort ein bisschen Angst bekommen, dass ich das Projekt versauen würde.
    Jetzt wo ich deinen Eintrag gelesen hab, habe ich ein bisschen weniger Angst! Ich bin gespannt, wie es wird!
    LG,
    San

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    1. Ich hoffe, dass alles klappt ;) Und falls es nicht auf Anhieb funktioniert, ein bisschen an den Einstellungen drehen und einfach ausprobieren ;)

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  3. hallo, super erklärt. nun werde ich es auch mal ausprobieren. ich habe mich noch nie getraut mit einer zwillingsnadel zu nähen, aber jetzt trau ich mich und bin aufs ergebniss gespannt. danke

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  4. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag :) Ich bin über Google auf deinen Blog gestoßen, da ich Probleme mit dem Jerseyvernähen hatte und deswegen schon frustriert alles in die Ecke geworfen habe. Dank deines Beitrags werd ich mich jedoch wieder ran trauen, aber erstmal die richtigen Nadeln besorgen ;) Vielen Dank dafür!

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  5. Wunderbarer Post, da ich gerade anfange, mit Jersey zu nähen. Wirklich hilfreich! :)

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  6. Hallo, wenn ich meine Zwillingsnadel verwende, sind beide Nähte an der Unterseite (Zickzack-Bild) recht stark zusammen gezogen. Fadenspannung hatte ich auf Auto. Was kann ich tun?
    Danke.

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    1. Ich weiß leider nicht, wie eine automatische Fadenspannung sich einstellt. Aber vielleicht funktioniert es nicht so leicht bei Jersey?

      Du kannst höchstens mal versuchen, die Oberfadenspannung manuell zu erhöhen…
      Liebe Grüße

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